Studien, Austausch, Diskussion – Joint Academy präsentiert Highlights vom EULAR-Kongress

Auch 2018 wurde deutschen Nachwuchsrheumatologen wieder die Teilnahme am EULAR Annual European Congress of Rheumatology ermöglicht. Im Rahmen der Joint Academy besuchten die Teilnehmer den Kongress und diskutierten die Studien unter wissenschaftlicher Anleitung der Schirmherren. Die Highlightpräsentationen der Joint Academy Teilnehmer stehen ab sofort zum Download zur Verfügung.

Schirmherrschaft

Für viele Teilnehmer der Joint Academy ist es der erste Besuch eines internationalen medizinischen Kongresses. Als Schirmherren und Mentoren begleiteten Prof. Schneider und Prof. Fleck die jungen Rheumatologen während des Aufenthalts:

Joint-Academy Portraits: Prof. Dr. med. Matthias Schneider

Prof. Matthias Schneider,
Leiter der Rheumatologie Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Joint-Academy Portraits: Prof. med. MArtin Fleck

Prof. Martin Fleck
Chefarzt Klinik und Poliklinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie, Asklepios Fachkrankenhaus Bad Abbach

„Die Teilnehmer der Joint Academy lernen, mit wissenschaftlichen Daten umzugehen, diese zu bewerten und kritisch zu hinterfragen. Jenseits einer reinen Kongressreise bietet die Academy somit auch einen edukatorischen Aspekt: Es ist keine passive Kongressreise; vielmehr haben die jungen Kolleginnen und Kollegen durch ihre Vorträge auch eine aktive Leistung erbracht. Das hat mich gefreut an dem Konzept. Die Joint Academy 2016 war ein Pilotprojekt mit einer sehr positiven Resonanz, das als Instrument der Nachwuchsförderung in Zukunft sicherlich fortgeführt werden wird.“

Konzept

Die Joint Academy ist ein speziell für den medizinischen Nachwuchs entwickeltes Format von Rheumatology TODAY. Sie vermittelt die Teilnahme an einem wissenschaftlichen Kongress als Element des wissenschaftlichen Arbeitens.

In diesem Jahr vergab die Joint Academy sechs Plätze. Die Teilnehmer erwartete ein abwechslungsreiches Programm, das schon vor der Reise begann: Um optimal auf den Kongress vorbereitet zu sein, informierten sich die Teilnehmer im Vorfeld über das Programm und wählten aus allen Beiträgen ihr persönliches Highlight aus. Im Kreis der Joint Academy-Teilnehmer wurden unter wissenschaftlicher Anleitung die Highlights diskutiert und unter anderem im Hinblick auf ihre Praxisrelevanz analysiert. Die Präsentationen der Abschlussdiskussion stehen das ganze Jahr über zum Download zur Verfügung.

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Joint Academy 2018 – Highlights

Hier finden Sie die Beiträge der Abschlussdiskussion in Amsterdam und das persönliche Feedback der Joint Academy-Teilnehmer.


  • Beiträge 2018

  • Sabrina Arnold

    Is there an association between adult IgA Vasculitis and cancer?
    UND
    Sulfasalazine as a potential treatment for IgA-Vasculitis (Henoch-Schönlein Purpura) in adults

    Sabrina Arnold | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein - Zentrale Lübeck

    „Es war eine tolle Erfahrung an diesem riesigen Kongress teilnehmen zu dürfen und die neuesten Erkenntnisse zu den rheumatologischen Krankheitsbildern zu erfahren. Meine Motivation und Begeisterung für die Rheumatologie wurde dadurch noch einmal bestärkt“, berichtet Sabrina Arnold über die Joint Academy.

    Sie hat sich intensiv mit der IgA-Vaskulitis auseinandergesetzt und gleich zwei Poster zu der Erkrankung vorgestellt. Denn obwohl diese typischerweise im Kindesalter auftritt, gab es in der Klinik, in der Sabrina Arnold tätig ist, innerhalb kurzer Zeit mehrere erwachsene Patienten mit dieser Diagnose.

    Sabrina Arnold

  • Sebastian Hayo

    The Efficacy of Tofacitinib in Patients with rheumatoid Arthritis stratified by Baseline Body Mass Index

    Sebastian Hayo | Knappschaftsklinikum Saar, Püttlingen

    Die Highlight-Studie von Sebastian Hayo untersuchte die Wirksamkeit von Tofacitinib bei Rheumatoider Arthritis in Abhängigkeit vom BMI. Für ihn war dabei besonders die Frage interessant, ob ein hohes Körpergewicht die Wirkung von antirheumatischen Therapien abschwächt. Die Erkenntnis, dass Tofacitinib scheinbar unabhängig vom BMI wirkt, ist für ihn besonders im Praxisalltag wichtig. Sebastian Hayos Erwartungen an die Joint Academy wurden voll erfüllt. „Ich habe besonders den kollegialen Austausch geschätzt und die Möglichkeit, wissenschaftliche Neuerungen zu erfahren.“

    Sebastian Hayo

  • Vasiliki-Aikaterini Kyriazi

    An ASAS-positive MRI of the sacroiliac joints can also occur in healthy individuals, runners and women with postpartum back pain

    Vasiliki-Aikaterini Kyriazi | ACURA-Klinik Bad Kreuznach

    Durch die Joint Academy hat Vasiliki-Aikaterini Kyriazi Tipps erhalten, wie sie einen so großen Kongress wie den EULAR gezielt für sich nutzen kann. Zusätzlich bot sich ihr dadurch die Möglichkeit, mit neuen Kollegen Erfahrungen aus der klinischen Praxis auszutauschen. Aus diesen Gründen würde sie die Joint Academy jedem jungen Rheumatologen empfehlen.

    Ihre Highlight-Studie befasste sich damit, dass MRT-Untersuchungen von Gesunden häufig falsch-positiv für ASAS befundet werden. Für die Praxis leitet sie daraus Folgendes ab: „ Die bildgebende Diagnostik kann unsere Diagnose unterstützen, allerdings müssen wir immer die Anamnese und die klinische Untersuchung berücksichtigen.“

    Vasiliki-Aikaterini Kyriazi

  • Dr. med. Johanna Mucke

    In SLE patients in sustained low disease activity, novel interferon assays predict flares and glucocorticoid requirements

    Dr. med. Johanna Mucke | Poliklinik und Hiller Forschungszentrum für Rheumatologie , Universitätsklinik Düsseldorf

    Die Möglichkeiten, Verlauf und Therapieansprechen beim Systemischen Lupus erythematodes vorauszusagen, sind bislang sehr begrenzt. Deshalb ist für Johanna Mucke jeder Beitrag relevant, der zur Änderung des Status quo beitragen könnte. Ein besonders vielversprechender Ansatz könnte dabei ihrer Meinung nach die Methode der Tetherin-Quantifizierung sein.

    An der Joint Academy schätzt sie besonders die Vielfalt der Themen: „Ich habe mich durch die Highlights der anderen Teilnehmer mit interessanten Beiträgen aus anderen Bereichen auseinandergesetzt, auf die ich sonst vermutlich nicht gestoßen wäre.“

    Dr. med. Johanna Mucke

  • Fatma Pasha

    Apremilast for Behçet’s syndrome: a phase III randomized, placebo-controlled, double blind study (RELIEF)

    Fatma Pasha | Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen

    Die Inzidenz des Morbus Behçet steigt in den letzten Jahren, laut Fatma Pasha, auch in Deutschland. Da besonders die oralen Ulzerationen die Patienten belasten, hat sie sich mit einer erfolgversprechenden Studie zum Einsatz von Apremilast in dieser Indikation auseinandergesetzt. „Durch die Joint Academy ging man nicht passiv durch den Kongress, sondern suchte spezifisch nach interessanten Themengebieten für sich und andere Teilnehmer.“ Besonders spannend fand Fatma Pasha auch die Diskussionen der bereits seit Jahrzehnten tätigen Kollegen. Ihr abschließendes Resümee lautet: „Ich würde die Joint Academy meinen Rheumatologie-interessierten Kollegen zu 100 Prozent weiterempfehlen.“

    Fatma Pasha

  • PD Dr. med. Anna Maria Wolf

    Rituximab in systemic sclerosis: Safety and efficacy data from the EUSTAR network

    PD Dr. med. Anna Maria Wolf | Universitätsklinikum Bonn

    „Wichtig und besonders ist für mich die Möglichkeit, über die Joint Academy ein Netzwerk aufbauen und sich darin austauschen zu können. Ein großer Unterschied zu vielen anderen Formaten ist außerdem, dass der Austausch auch mit den Experten barrierefrei funktionierte“, lobt Anna Maria Wolf das Programm für junge Rheumatologen. Sie schätzt auch die professionelle Hilfestellung in allen Fragen: von der Herangehensweise an einen Kongress bis hin zu Verständnis und Interpretation von Daten. In ihrer Highlight-Studie geht es um die Anwendung von Rituximab (RTX) bei systemischer Sklerose. Diese schafft eine klarere Datenlage zum Einsatz von RTX bei schwerer Hautsklerose.

    PD Dr. med. Anna Maria Wolf